Hallo mein Name ist Cunco, ich bin ein stolzer Lamahengst aus Südtirol. Ich möchte euch von einer Trekkingtour die ich 2013 mitgemacht habe erzählen.

 

An einem Freitag im Juli fuhr unser Besitzer mit mir und meinen Kumpels mit dem Auto los. Um 10:00 Uhr öffnete sich die Laderampe von unserem Anhänger und wir stiegen aus. He die Gegend kenne ich doch, dachte ich mir, dass ist doch das alte Schaubergwerk in Maiern. Von hier sind wir heuer schon zur Grohmannhütte auf 2253 m aufgestiegen. Da oben lebt doch die Hüttenwirtin Anni, die mit uns immer nur kuschelt und schmust.

Wer kommt denn jetzt?  Das Auto kenne ich doch, das sind ja Ingrid, Florian und Franz unsere Lama und Alpaka Freunde aus der Steiermark.


Mit Franz hab ich im vergangen Jahr eine Tour zu den drei Zinnen gemacht. Wir sind ein cooles Gespann. Jetzt kommt auch noch Walter mit seiner Lamabande. Insgesamt sind wir 13 Lamas die für diese Tour bereit stehen. Was lädt denn Walter da noch aus seinem Auto?. Das sind ja Holzbündel bereits geschnürt für das Verladen auf unsere Packsättel. Was uns da wohl in den nächsten Tagen noch bevorsteht? Ich lass mich überraschen. Um 11:00 Uhr war es dann soweit, wir stiegen vom alten Bergwerk auf 1423 m Höhe zur Aglsbodenalm auf 1720 m auf. Es ging durch die Klamm im Hochwald hinauf auf die Alm. Auf der Alm angekommen erwartet uns mit großen Augen eine Herde Kühe. Sie kamen auf uns zu und beäugten uns wie Außerirdische. Am anderen Ende der Alm, bei der Almwirtschaft machten wir unsere erste Rast. Unsere zweibeinigen Begleiter tranken Kaffee und wir hatten Zeit zum Grasen. Gestärkt  nahmen wir den nächsten Anstieg, weiter den Wildbach entlang, zur Grohmannhütte auf 2254 m in Angriff.  Unterwegs trafen wir eine Herde Bergziegen. Die verbringen hier jedes Jahr den Sommer. Um 16:30 Uhr erreichten wir die Hütte. Anni erwartete uns schon sehnsüchtig. Sie drückte mich, ich bekam kaum noch Luft. Unsere Lamaführer nahmen uns die Packsättel mit der Last ab. Walter tischte den mitgebrachten Tirolerspeck, Käse, Brot, Tomaten und Wein für unsere zweibeinigen Begleiter auf. Ich und meine Lama Kuppel machten uns an das saftige Gras heran. Nach einer Weile glaubte ich nicht richtig zu hören. Auf geht’s zur Teplizerhütte,  was war jetzt los? Wir gingen bei unseren früheren Touren nur immer bis zur Anni. Nach eineinhalb Stunden Aufstieg über steilem ausgesetztem Gelände kamen wir um 20:00 Uhr bei der Hütte auf 2586 m wohlbehalten aber müde an.

Am nächsten Tag, um 6:00 Uhr morgen hörte ich schon hurtiges Treiben in der Hütte. Kurze Zeit später hatten ich und die Jungs wieder den Packsattel auf dem Rücken und die Lamakarawane setzte sich wieder in Bewegung.  Ich hörte von unserem Bergführer Harry, dass wir mit dem Holz auf dem Rücken zur Becherhütte aufsteigen werden. Wir werden versuchen den alten Becherweg zu gehen. Dieser Weg führte uns über blockiges Gelände, an Gletscherseen vorbei zuerst hinunter und wieder bergauf. Nach einigen Übergängen erreichten wir den Einstieg zum Gletscher. Der Gletscher zeigte sich von seiner angenehmen Seite. Durch den vielen Schnee im Spätwinter war der Aufstieg zum Becher Gipfelgrat ein Highlight an diesem Tag. Am Gipfelgrat wurden wir bereits von der Hüttenwirtin empfangen. Für uns Lamas war hier auf 3100 m Endstation. Die letzten 200m Aufstieg mussten unsere Lamaführer das Holz tragen. Oben auf der Becherhütte auf 3195 m wurde unsere Last dem Hüttenwirt übergeben. Als Belohnung gab es für die Zweibeiner Schnaps und ein kräftiges Mittagessen. Übrigens die Becherhütte ist die höchstgelegene Schutzhütte Südtirols und wurde auf Wunsch von Kaiserin Elisabeth (Sissi) erbaut. Um 14:00 Uhr traten wir wieder den Rückweg zur Teplitzerhütte an. Heute war der Tag bereits um 18:00 zu Ende. Noch einige Gruppenfotos vor der Hütte und bald kam wieder der Regen. Sonntag um 8:00 Uhr stiegen wir wieder nach Maiern ab. Am Parkplatz angekommen wurden schon wieder Pläne für ein neues Projekt geschmiedet. Griaß di Ingrid, Florian und Franz, ich hoffe ihr hattet auch ein so wunderschönes Wochenende in den südtiroler Bergen wie ich. Bis zum nächstenmal.


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